WIENER EISLAUFVEREIN GEGRÜNDET 1867

Aus der Geschichte des Eishockeys am WEV

Von Klaus Mahrer

Der WEV betrieb von 1914 bis 1985 eine Eishockeysektion für Männer. Ab 1923 wurde eine Österreichische Eishockeymeisterschaft der Herren ausgetragen, an der sich der WEV beteiligte. Ende der 1920er Jahre wurde außerdem der Versuch unternommen, ein Dameneishockeyteam zu gründen.

Die vorerst auf Wien begrenzte Österreichische Eishockeymeisterschaft wurde in ihren Anfangsjahren vom WEV dominiert. Von 1923 bis 1931 gewann der WEV jede Meisterschaft sowie mehrmals den „Schlesinger-Pokal“ und die Jugendmeisterschaft. Auch 1933 und 1937 konnte sich das Team des WEV gegen die Konkurrenz durchsetzen. Darüber hinaus bestand die Österreichische Eishockeynationalmannschaft zu dieser Zeit vorwiegend aus Spielern des WEV.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurden die besten österreichischen Vereine in die Deutsche Eishockeymeisterschaft eingegliedert. Dort konnte der WEV im Jahr 1940 als zweiter Wiener Verein (nach EK Engelmann Wien, 1939) den Deutsche Meistertitel im Eishockey erringen.

Nach dem Krieg siedelte der Lokalrivale EK Engelmann Wien in die Arena des WEV über. Die Meisterschaften 1947 und 1948 konnte der WEV erneut gewinnen. 1948 wurde eine Spielgemeinschaft der beiden Vereine, die Wiener Eissport-Gemeinschaft (WEG) gebildet. Dieses Team holte in den folgenden drei Jahren (1949, 1950, 1951) die österreichischen Meistertitel, bevor die WEG 1951 aufgelöst wurde und die beiden ursprünglichen Vereine wieder getrennte Wege gingen.

1958 gründete der WEV zusätzlich den Verein Wiener Eissport-Vereinigung (WEVg), um in diesem künftig die Sportsektionen und die Wiener Eisrevue zu führen. Ende der 1950er Jahre fiel das Wiener Eishockey im Vergleich zur Konkurrenz aus den Bundesländern zusehends zurück. Während der EK Engelmann Wien 1956 und 1957 noch zwei Meistertitel in die Hauptstadt holen konnte, erlebte der WEV eine Durststrecke bis zur Österreichische Eishockey-Liga Saison 1961/62, als der WEV die österreichische Eishockeymeisterschaft zum bisher letzten Mal gewinnen konnte.

1966 siedelte die WEV-Eishockeysektion von der traditionsreichen Freilufteisarena am Wiener Heumarkt in die Donauparkhalle über. Diese Halle in Donaustadt wurde ursprünglich als Blumenhalle für die Wiener Internationale Gartenschau (WIG) 1964 errichtet. Unter Eishockeyliebhabern war die Donauparkhalle wegen ihrer Akustik beliebt, ihre Betonpfeiler erschwerten jedoch mitunter das Zusehen. Sie fasste etwa 3.300 Besucher.

Trotz der verbesserten Infrastruktur konnte das WEV-Eishockeyteam nie seine frühere Vormachtstellung zurückgewinnen. Die Konkurrenz aus den Bundesländern wurde mit dem Klagenfurter AC, dem Innsbrucker EV und dem ATSE Graz zu stark, und mit WAT Stadlau bekam der WEV ab den 1970er Jahren auch einen Lokalrivalen in Wien. Zwar errang der WEV noch mehrere Vizemeistertitel, der Gewinn der österreichischen Eishockeymeisterschaft blieb dem Eishockeyteam jedoch verwehrt.

Nach einer verpatzten Saison 1983/84 stieg der WEV in die Nationalliga (2. Liga) ab. Der Wiederaufstieg gelang zwar bereits in der Folgesaison, jedoch sollte diese auch die letzte Saison als Eishockeysektion des WEV sein. Der Eishockeybetrieb wurde an einen neuen Verein, der von Dr. Anton Gruber geleitet wurde und sich ebenfalls WEV nannte, übertragen.